Ätherrauschen

Kommentare zum Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.

28. Mär 2019

Vorgestern haben es unsere Europa-Parlamentarier komplett verkackt und die umstrittene Urheberrechtsreform ohne Änderungen durchgewinkt. Martin Sonneborn hat mal grafisch aufgearbeitet, wie die deutschen Parlamentarierer dabei gestimmt haben. Wie erwartet hat CDU/CSU nahezu komplett dafür gestimmt, was wieder einmal zeigt, wie sehr ihnen Demokratie und Wählerwillen am Hintern vorbeigehen, wenn nur ein paar große Konzern laut genug winseln.

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25. Mär 2019

Videotipp: Tilo Jung (Jung & Naiv) hat Martin Sonneborn zu Gast, den PARTEI-Vorsitzenden und Europa-Abgeordneten, der dabei ausnahmsweise relativ ironie- und satirearm agiert. Unbedingt sehenswert, vor allem, wenn es um die EU und das EU-Parlament geht.

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14. Feb 2019

Völlig überraschend ist eine Studie von Wissenschaftlern der Oxford University zu dem Ergebnis gekommen, dass zwischen dem Konsum gewalthaltiger Computerspiele und gewalttätigem Verhalten von Jugendlichen keine statistisch signifikante Zusammenhänge bestehen. Andere Studien, die zu einem anderen Ergebnis gekommen waren, hatten sich nicht an die wissenschaftlichen Standards gehalten und die Analysemethoden oft dem gewünschten Ergebnis angepasst. Dadurch hatten Nebensächlichkeiten viel größere Auswirkungen auf das Ergebnis als gerechtfertigt.

Ich wundere mich ja, dass es überhaupt immernoch solche Studien gibt, nachdem bereits tausende andere Studien zu dem gleichen Ergebnis gekommen sind und abweichenden Studien fast immer methodische Fehler nachgewiesen wurden. Warum müssen wir nach 40 Jahren mit Computerspielen immernoch darüber diskutieren? Kommt demnächst eine Studie, die die Unbedenklichkeit des Lesens im Hinblick auf Suchtverhalten und geistige Degenerierung nachweist?

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21. Jan 2019

Mittlerweile nervt es mich schon gewaltig, dass die Manager unserer Autobauerkonzerne nicht jedes Mal sofort ausgelacht werden, sobald sie den Mund auf machen.

Wir erinnern uns: VW hat 2017 trotz Dieselskandal(!) Rekordgewinne in Höhe von 11,4 Milliarden Euro gemacht.

In der Folge des Dieselskandals drohte u.A. VW mit massivem Stellenabbau, sollte der Konzern zu Nachrüstungen verdonnert werden, die rund 1 Mrd. Euro kosten würden (nochmal: VW hat 2017 11,4 Mrd. Euro Gewinn gemacht). Nach der Klimakonferenz in Katowice drohten die Auto-Manager mit Stellenabbau und Verlagerungen ins Ausland, weil die Klimaziele eine CO2-Reduktion von 38% bis 2030 vorsahen, und das ja unmöglich erreicht werden könne. Keine zwei Wochen später verkündeten gleich mehrerer Hersteller, dass man den Flottenverbrauch bis 2025 um 40% senken wird, indem einfach mehr E-Autos gebaut werden. Jahrelang wurde die Entwicklung von E-Autos verschleppt und so getan, als gäbe es Riesenprobleme dabei. Wiederum nur ein paar Wochen später wurden gleich mehrere Modelle gezeigt und die Markteinführung für 2019 angekündigt.

Jetzt jammert VW wieder und droht mit Stellenabbau, weil die E-Autos im Vergleich zu Benzinern zu teuer wären und der Staat bei seinen Vorgaben gesellschaftliche Aspekte nicht genug berücksichtigt hätte. Als wenn gesellschaftliche und soziale Aspekte bei VW je ein Thema gewesen wären. Letztendlich geht es auch hier wieder nur um die Gewinnmarge (und Rekordgewinne über mehr als 11 Mrd. Euro). Und ich bin mir sicher, dass sich spätestens in ein, zwei Jahren plötzlich und überraschend die Preisevon Elektrofahrzeugen denen von Verbrennern anpassen werden.

Wann fangen wir endlich an, ernsthafte Konsequenzen zu ziehen und den Autobauern mal zu zeigen, wie lächerlich sie sich jedes Mal machen, wenn sie solche Statements vom Stapel lassen?

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18. Dez 2018

Es geht auf Weihnachten zu und naturgemäß steigt der Anteil an Paketen, die mit den Paketdiensten geliefert werden müssen. Die sind durch das ohnehin schon hohe Paketaufkommen durch den Online-Handel mittlerweile komplett überfordert, mit der Folge, dass der Service immer schlechter wird, auch weil die Zusteller oft nur für den Mindestlohn arbeiten und das Pensum einfach zu groß ist, um den korrekten Service zu gewährleisten. Immer öfter kommt es nun vor, dass die Zusteller einfach nicht mehr beim Kunden klingeln, sondern lieber gleich das Paket wieder mitnehmen, um es in einem Paketshop durch den Kunden abholen zu lassen. Oder das Paket wird einfach irgendwo anders abgegeben, obwohl der Kunde eigentlich zuhause ist. Gelegentlich wird dabei dann auch noch die Benachrichtigung vergessen, und der Kunde weiß gar nicht, dass der Zusteller da war und er das Paket nun woanders abholen muss.

Das ist natürlich extrem unbefriedigend und fördert nicht gerade das Wohlwollen und die Sympathie gegenüber den gestressten und unterbezahlten Zustellern. Für weiteren Frust sorgt dann natürlich, dass Hermes kürzlich ankündigte, für Lieferungen an die Haustür künftig mehr zu verlangen. Realistisch betrachtet ist das aber eine Maßnahme, um die die anderen Paketdienste langfristig ebenfalls nicht herum kommen werden.

Ich glaube, dass das Paketaufkommen auch zukünftig eher nicht weniger wird. Der Service wird schon aus Kostengründen zurückgefahren werden. Einige Paketdienste experimentieren mit Technologien wie der Lieferung per Drohne oder Paketkästen (also quasi der privaten Packstation). Ich halte beides für eher ungeeignet, die Probleme zu lösen: Die Drohnen können höchstens dort sinnvoll eingesetzt werden, wo der Kunde entsprechende Landeplätze anbieten und das Paket auch noch vor unberechtigtem Zugriff schützen kann. Für geschlossene Siedlungen mit Mehrfamilienhäusern dürfte das also keine Lösung sein. Die privaten Paketkästen haben ein ähnliches Problem: in Städten dürfte kaum genug Platz sein, einen Kasten für jeden Mieter oder Wohnungsbesitzer aufzustellen. Und bei Gemeinschaftskästen gibt es dann wieder das Problem mit dem Schutz vor unberechtigtem Zugriff. Zudem haben die entsprechenden Initiativen auch schon gezeigt, dass sich die Paketdienste nicht einmal auf ein gemeinsames System für die Öffnung einigen können, so dass wieder jeder sein eigenes Süppchen kocht.

Aus meiner Sicht täten die Paketdienste gut daran, sich zusammenzuraufen und ein gemeinsames System von automatisierten Abholstationen à la Packstation aufzubauen (vielleicht betrieben durch ein separates Unternehmen), wobei die einzelnen Stationen natürlich größer ausfallen könnten. Lieferungen an die Haustür könnten so verteuert werden, dass die Abholung die bessere und günstiger Alternative wird. Die Paketdienste müssten nicht mehr jede Adresse separat sondern nur noch ein bis zwei Stationen pro Stadtviertel anfahren, was nebenbei auch noch besser für die Verkehrslage und das Klima wäre, und bräuchten weniger Personal, das im Gegenzug besser bezahlt werden könnte. Der Kunde könnte sein Paket zu jeder Zeit abholen (oder zum Versand hinterlegen), er wäre also nicht auf Öffnungszeiten von Paketshops oder Postfilialen angewiesen und müsste sein Paket nicht suchen, wenn mal wieder die Benachrichtigung vergessen wurde oder im falschen Briefkasten gelandet ist.

Das Ganze wäre zwar ein Kulturwechsel, aber die Vorteile liegen auf der Hand.

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06. Nov 2018

Nachdem Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen sich nun schon über längere Zeit durch Versagen, Verdrehen der Wahrheit und eine ganz eigene Sicht auf die Realität ausgezeichnet hat, wurde es nun auch seinem Chef und vorherigen Unterstützer Seehofer zu bunt, nachdem er in einer Rede vor europäischen Geheimdienstchefs, die dann auch innerhalb des Verfassungsschutzes kursierte, eine Verschwörungstheorie präsentierte, nach der unter Anderem "linksradikale Kreise in der SPD" gegen ihn, der sich natürlich gar nichts habe zu Schulden kommen lassen, konspirieren. Er bastelt also an seiner ganz eigenen Dolchstoßlegende.

Neben anderen, ebenso fragwürdigen Formulierungen, war das einer der Gründe dafür, dass Seehofer ihn nun doch in den Ruhestand schickt. Im Netz wird schon gewitzelt, dass Herr Maaßen demnächst auf einer Wahlliste der AfD auftauchen oder ein Buch im Stile eines Herr Sarrazin veröffentlichen wird.

Was mir bei der ganzen Geschichte allerdings Sorgen bereitet, ist, dass ein möglicher Nachfolger womöglich ein ebenso taktisches Verhältnis zur Wahrheit und Demokratie, die er eigentlich schützen soll, haben könnte. Denn es sieht nicht so aus, als würden die Fehler des BfV in den letzten Jahren auch nur die kleinste Aufarbeitung erfahren. Aus meiner Sicht ist bei solchen großen Organisationen nie einer allein schuld, solche Fehlentwicklung sind immer das Resultat einer umfassenden, komplett fehlgeleiteten Kultur innerhalb der Behörde.

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30. Okt 2018

Die hessische Landtagswahl vom vergangenen Sonntag war für alle Beteiligten mit Ausnahme der AfD und der Grünen eine ziemliche Enttäuschung. Eine Enttäuschung, die vorprogrammiert war. Ich bin immer wieder fasziniert davon, wie man in Politik und Medien davon ausgehen kann, dass sich das Ergebnis einer Wahl für ein Landesparlament wesentlich von der allgemeinen Stimmung im Bund unterscheiden könnte. Da wird immer so getan, als hätten Entscheidungen und Streit im Bund keine Auswirkungen auf das, was im Land passiert. Landespolitik mag anders sein als Bundespolitik, aber in den Bereichen, die für die Menschen wichtig sind, also Arbeit, Wohnen, Umwelt usw. hat der Bund die Gestaltungshoheit. Einzig bei der Bildung sind die Länger halbwegs autonom, und dort hat man es auch in Hessen in den letzten Jahren versäumt, wesentliche Akzente zu setzen. Selbst bei Themen wie Flüchtlingsintegration, Nachtflugverbot oder den Dieselfahrverboten, die einzelne Kommunen betreffen und die eigentlich mit nur wenig Aufwand seitens des Landes hätten gelöst werden können, ist nichts passiert, das den Bürgern klar gemacht hätte, worin der Unterschied zwischen Bund und Land besteht. Warum tun jetzt also alle so, als wären nur die Bundespolitik Schuld? Es ist nicht so, als würden die alle ihre Entscheidungen ohne die Landesverbände treffen. Ok, in Hessen wird sich vermutlich nicht viel ändern, außer dass die FDP mal wieder mit regieren darf, aber auch das ist wieder ein Symptom für die Ideenlosigkeit und Ignoranz der aktuellen Politik.

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12. Okt 2018

Lesetipp: LOW←TECH MAGAZINE

Das Magazin beschäftigt sich mit energieffizenten Low-Tech-Lösungen für eine nachhaltigere Welt. Passend dazu strebt auch die Website selbst nach maximaler Energiesparsamkeit und verzichtet auf all den technischen Schnickschnack moderner Websiten: keine dynamischen Inhalte, keine Fonts, die nachgeladen werden müssen, die Bilder werden durch monochromes Dithering extrem komprimiert, so dass die Datenmenge, die über das Netz geht, sehr klein bleibt, und damit wenig Energie verbraucht (ähnlich wie dieser Blog selbst auch). Nebenbei wird dadurch die Seite auch auf dem Handy extrem schnell geladen.

Zudem läuft das Magazin auf einem Minirechner, der über eine Solaranlage und einen Akku mit Strom versorgt wird, was dazu führt, dass die Website offline geht, wenn für längere Zeit die Sonne nicht scheint. Der Energieverbrauch und aktuelle Ladestand des Akkus werden natürlich auch angezeigt.

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