Ätherrauschen

Kommentare zum Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.

30. Jan 2018

Und wieder wurde Malware in Werbeanzeigen gefunden, dieses Mal Kryptowährungs-Mining-Skripte in Googles Online-Werbeplattform DoubleClick. Und da wundert sich ernsthaft noch jemand, warum AdBlocker so weit verbreitet sind?

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22. Jan 2018

Mit der (knappen) Zustimmung zur Aufnahme von Koalitionsverhandlungen am Wochenende hat sich nun auch der Rest der SPD vollkommen unglaubwürdig gemacht. In den 60ern wäre jetzt der Zeitpunkt gewesen, an dem sich eine APO (Außerparlamentarische Opposition) organisiert hätte, heute wird das aber vermutlich nicht geschehen. Allerdings würde es mich nicht wundern, wenn die SPD vor tiefgreifenden Veränderungen stünde, wie in etwa der Abspaltung großer Teile. Spätestens nach der nächsten Wahl wird sie sonst in der Bedeutungslosigkeit versunken sein.

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17. Jan 2018

Forscher der Universität Bonn haben herausgefunden, dass die zucker- und fettreiche westliche Ernährung (insbesonders Fastfood) das Immunsystem aggressiver reagieren lässt, also beispielsweise schneller Entzündungen, Gefäßkrankheiten und Ähnliches entstehen. Das Unangenehme dabei ist, dass der Effekt auch nach einer Umstellung auf eine gesündere Diät anhält. Fastfood ist also quasi gleichzusetzen mit einer Infektion mit Viren oder Bakterien, die man nicht wieder los wird. Da freut man sich doch, dass immer neue, billigere Zusatzstoffe zugelassen werden, die noch schädlicher als billiges Palmöl und Haushaltszucker sind und deren Verwendung verschleiern sollen, und die mittlerweile in so ziemlich jedem industriell produzierten Nahrungsmittel enthalten sind.

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15. Jan 2018

Jemand hat sich mal damit beschäftigt, was wäre, wenn Deutschland einen Staatsfond auflegen würde, wie ihn Norwegen hat. Spoiler: Das wäre vermutlich eine ziemlich gute Sache.

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12. Jan 2018

Die SPD(-Führung) muss wirklich absolut um jeden Preis regieren wollen: in den Sondierungsgesprächen zur neuen großen Koalition ist die SPD in so ziemlich allen wichtigen Punkten komplett eingeknickt oder hat zumindest ihre Position extrem aufgeweicht. Es gibt keine Steuererhöhungen für Reiche (also für die, die es sich eigentlich wirklich problemlos leisten könnten, ein paar Prozent mehr zu zahlen), keine Bürgerversicherung, es wird eine Obergrenze für den Flüchtlingszuzug geben, das Rentenniveau soll gerade mal stabilisiert werden (auf einem der niedrigsten Werte in der Eurozone, selbst Italiener und Spanier bekommen mehr) usw.

Soviel zur Ankündigung des Gangs in die Opposition, wenn wichtige Forderungen nicht erfüllt werden: das war wieder einmal alles nur leeres Gewäsch. Wie soll man so eine prinzipienlose Partei überhaupt ernst nehmen? Was für ein Desaster! Und da wundern die sich ernsthaft, warum die AfD so einen Aufwind hat?

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09. Jan 2018

Es ist vielleicht ein subjektiver Eindruck, der möglicherweise unzutreffend ist, aber ich habe in letzter Zeit das Gefühl, dass die Menschen in den letzten zwanzig Jahren zunehmend unfreundlich, egoistisch und aggressiv geworden sind.

Wir wohnen in einer Straße, die keine Hauptverkehrsstraße ist, sondern nur eine Durchgangsstraße mit vergleichsweise wenig Verkehr. Trotzdem wird dort stündlich wenigstens fünf Mal gehupt. Nach meinem Verständnis der StVO sollte es dafür dort überhaupt keinen Anlaß geben. Offenbar ist es aber für viele Autofahrer schon ein ausreichender Grund, wenn jemand nicht schnell genug abbiegt oder sich nicht noch möglichst knapp vor der heranfahrenden Straßenbahn in den Verkehr einfädelt, damit nachfolgende Fahrzeuge etwa 3 Sekunden sparen können (die sie an der nächsten Ampel eh wieder verlieren). Oder man ersteigert etwas bei ebay und bekommt Ware mit unbeschriebenen Defekten, die die Ware komplett unbenutzbar machen. Auf eine Rückgabe angesprochen, reagiert der Verkäufer dann mit Beleidigungen und der Aussage, man solle sich nicht so haben, schließlich wäre der Preis ja extrem niedrig gewesen. Oder man beschwert sich bei der neuen Geschäftsführung eines Betriebsrestaurants, weil man wegen eines Verhaltens, dass der vorherige Betreiber problemlos geduldet hat, von der Bedienung plötzlich extrem unprofessionell und beleidigend angegangen wird, und wird dann von der neuen Geschäftsführung ebenfalls schamlos belogen und beleidigt.

Das waren nur ein paar kleine Beispiele, die so oder ähnlich jeden Tag passieren. Schlechtes Benehmen scheint heute niemandem mehr peinlich zu sein. Ich glaube ja, dass das eine Folge der politischen Entwicklungen der letzten zwanzig Jahre ist, der Art und Weise, wie die Politik und daraus folgend die Medien mit Menschen, und hier insbesonders mit sozial schwachen und schutz- und hilfebedürftigen Menschen, umgehen. Die Einführung von Hartz IV, sowie die vielen anderen kleinen Schritte, die zum Abbau unseres Sozialsystems geführt haben, haben auch dafür gesorgt, dass die Medien und damit auch große Teile der Gesellschaft Aggressivität, Unhöflichkeit, Häme, Neid und Verachtung als Verhaltensweisen entdeckt haben, die hemmunglos und ohne Angst vor Nachteilen ausgelebt werden können. Die soziale Kontrolle funktioniert nicht mehr, die Menschen werden allein gelassen und unsoziales Verhalten wird ihnen jeden Tag von den sogenannten Spitzen der Gesellschaft vorgelebt. Die Ellenbogen-Mentalität, die schon in den 90ern beklagt wurde (unter Anderem auch von den Medien), hat sich jetzt erst so richtig entfaltet. Statt anderen Menschen freundlich zu begegnen und nicht nur den eigenen Vorteil zu suchen, in der Hoffnung, dass die ganze Gesellschaft davon profitiert, wird gnadenlos und ungestraft auf die eingeschlagen, die sozial noch etwas tiefer stehen. Was nur den oberen Schichten der Gesellschaft, den Konzernen und Politikern nutzt, denn so müssen sie keine Angst haben, dass ihnen jemand an die Privilegien geht, ganz nach dem Motto: Beschäftige den Pöbel, dann beschäftigt er sich nicht mit dir.

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03. Jan 2018

Die Kaufprämie für Elektroautos ist kaum gefragt. Offenbar wurden seit Freigabe der Prämie Mitte 2016 bis Ende 2017 nur 46.897 Anträge eigereicht. Auch die Zulassungszahlen für E-Autos und PlugIn-Hybride sind nicht berauschend.

Dazu habe ich eine Theorie: Zum Einen sind die maximal 2000 Euro im Verhältnis zu dem exorbitanten Preis der E-Autos so gering, dass da schlicht kein echter Anreiz entsteht. Immerhin ist ein E-Auto oft doppelt so teuer wie ein gleichgroßer Verbrenner. Meist kann man die Prämie allein schon dadurch erschöpfen, dass man dem Fahrzeug irgendein Feature hinzufügt, das nicht in der Serienausstattung enthalten ist (die ja auch meist kaum dem heutigen Standard entspricht).

Zweitens fehlt schlicht die Ladeinfrastrukur. Auf dem Land sind die Entfernungen so groß, dass selbst eine eigene Ladesäule für den potentiellen Käufer oft nicht ausreicht. Auch in der Stadt gibt es kaum Ladesäulen, besonders nicht in den Wohngebieten. Zudem haben die meisten Autobesitzer auch keine Möglichkeit, sich eine eigene Säule aufzustellen. Und die eventuell angemietete Garage nachzurüsten oder vom Vermieter nachrüsten zu lassen, dürfte ebenfalls unrentabel sein. Statt die Förderung also in Autos zu stecken, hätte die Bundesregierung gut daran getan, mit den für die Prämien bewilligten 600 Millionen Euro (von denen bisher gerade mal 60 Millionen ausgegeben wurden) den Ausbau der Infrastruktur zu fördern.

Mein Fazit ist daher, dass sich die Situation auf absehbare Zeit nicht signifikant ändern wird, allen Anstrengungen zum Trotz. Schade eigentlich.

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02. Jan 2018

Am 1. Januar 1818 wurde Mary Shelleys Frankenstein or The Modern Prometheus erstmals anonym veröffentlicht, damit ist der Roman gestern 200 Jahre alt geworden. Damals hätte wohl kaum jemand gedacht, dass heute praktisch jeder etwas mit dem Namen Frankenstein verbindet, auch wenn die weitaus meisten Menschen den Roman nie gelesen haben dürften. Das Jubiläum ist ausgezeichneter Grund, dies nachzuholen, zum Beispiel kostenlos beim Projekt Gutenberg.

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