Ätherrauschen

Kommentare zum Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.

25. Jun 2018

Auf change.org kann derzeit eine Petition gegen das geplante EU-Leistungsschutzrecht und Uploadfilter unterzeichnet werden. Warum ist das wichtig? Die geplante Urheberrechtsreform, genauer deren Artikel 11 und 13, zwingen Plattformbetreiber dazu, Contentuploadfilter einzurichten, die "illegale" (z.B. urheberrechtlich geschützte) Inhalte herausfiltern sollen, und Verlage bereits für kleinste Links auf ihre Inhalte zu bezahlen.

Verlage für Links auf deren Inhalte zu bezahlen, bedeutet, sie dafür zu bezahlen, dass man Werbung für sie machen darf. Gleichzeitig erhalten sie dadurch implizit die Möglichkeit, z.B. gegen eine Auslistung aus Suchmaschinen zu klagen, weil das den Wettbewerb verzerren könnte. So soll ein Geschäftsmodell erhalten werden, das unter normalen Bedingungen einfach sterben würde, weil es veraltet und ungerecht ist. Zudem würden davon nur die großen Verlage profitieren, denn kleinere Anbieter können ihre Rechte gegenüber großen Plattformbetreiben nur schwer durchsetzen, und einzelne Autoren haben de facto gar keine Chance. Abgesehen davon ist das Leitungsschutzrecht auch in Deutschland und anderen Ländern schon gescheitert, wie soll das nun EU-weit funktionieren?

Uploadfilter sind neben den quasi unlösbaren technischen Aspekten (wie filtert man unerwünschte Inhalte aus einer großen Menge an Daten, ohne auch legale Inhalte zu löschen?) auch deshalb problematisch, weil so sehr einfach eine komplette Zensur unerwünschter Meinungen stattfinden kann. 1984 lässt grüßen.

Letztendlich wird das nur dafür sorgen, dass kleinere Contentplattformen, die den Aufwand und die Kosten nicht stemmen können, zugunsten der großen (Google, YouTube) untergehen werden, während bei den eigentlichen Kreativen dann noch weniger ankommt. Langfristig führt das zu einer weiteren Einengung und Verflachung der Kultur und der Meinungsfreiheit, mit kaum absehbaren Folgen für die Demokratie.

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22. Jun 2018

WTF des Tages: In den USA wurde ein 43-jähriger Vater von zwei Kindern zu 20 Jahren Haft verurteilt, weil er im Juni 2017 versucht hatte, eine Web-Domain mit vorgehaltener Waffe auf seinen Namen transferieren zu lassen, mittels der er von einem damit verbundenen Meme profitieren wollte.

Das ging aber nicht gut für ihn aus aus: Der Mann hatte sich mit vorgehaltener Waffe Zugang zu der Wohnung eines ehemaligen Mitarbeiters eines großen Domainregistrars verschafft. In Todesangst wehrte sich dieser jedoch selbst dann noch, als er bereits einen Schuß ins Bein abbekommen hatte. Er entriß dem Angreifer die Waffe, schoß diesen mehrfach in die Brust und rief anschließend die Polizei.

Wieder ein Argument mehr gegen Waffen in Privathänden und ein Lehrstück dafür, wie Gier meistens irgendwann nach hinten los geht...

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07. Jun 2018

Auch harmlose Kommentare auf der Facebook-Seite der Landespolizei können ernste Folgen haben, wenn dann zum Beispiel plötzlich die Polizei für eine Hausdruchsuchung vor der Tür steht.

Da überlegt man sich doch zweimal, ob man die Polizei wirklich als Freund und Helfer haben möchte.

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04. Jun 2018

Nach dem Skandal um die Datenweitergabe von Facebook an Cambridge Analytica im März und dem Bekanntwerden der umfangreichen Weitergabe von Whatsapp-Nutzerdaten an den Mutterkonzern im Mai, hat Facebook nun den nächsten Skandal an den Hacken: Facebook gibt Herstellern von Mobilgeräten umfangreichen Zugriff auf Nutzerdaten, sowie Daten derer Freunde und Freundesfreunde.

Die dazu genutzte Schnittstelle sieht Facebook als von den Regeln ausgenommen, die ihnen von den amerikanischen Aufsichtsbehörden für die Datenweitergabe auferlegt wurden. Diese Regeln erlauben es Nutzern unter anderem, der Datenweitergabe zu widersprechen, nur dass Facebook der Meinung ist, das dies nicht für Zugriffe aus dem Gerät bzw. von dessen integrierten Apps und Bibliotheken gelten. Facebook hält sich also nicht nur nicht an die Regeln, die ihnen von staatlichen Stellen auferlegt wurden, sondern ignoriert diese sogar absichtlich zum Schaden der Nutzer. Nachdem sie mehrfach versprochen haben, dies nicht mehr zu tun.

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