Ätherrauschen

Kommentare zum Leben, dem Universum und dem ganzen Rest.

03. Jan 2018

Die Kaufprämie für Elektroautos ist kaum gefragt. Offenbar wurden seit Freigabe der Prämie Mitte 2016 bis Ende 2017 nur 46.897 Anträge eigereicht. Auch die Zulassungszahlen für E-Autos und PlugIn-Hybride sind nicht berauschend.

Dazu habe ich eine Theorie: Zum Einen sind die maximal 2000 Euro im Verhältnis zu dem exorbitanten Preis der E-Autos so gering, dass da schlicht kein echter Anreiz entsteht. Immerhin ist ein E-Auto oft doppelt so teuer wie ein gleichgroßer Verbrenner. Meist kann man die Prämie allein schon dadurch erschöpfen, dass man dem Fahrzeug irgendein Feature hinzufügt, das nicht in der Serienausstattung enthalten ist (die ja auch meist kaum dem heutigen Standard entspricht).

Zweitens fehlt schlicht die Ladeinfrastrukur. Auf dem Land sind die Entfernungen so groß, dass selbst eine eigene Ladesäule für den potentiellen Käufer oft nicht ausreicht. Auch in der Stadt gibt es kaum Ladesäulen, besonders nicht in den Wohngebieten. Zudem haben die meisten Autobesitzer auch keine Möglichkeit, sich eine eigene Säule aufzustellen. Und die eventuell angemietete Garage nachzurüsten oder vom Vermieter nachrüsten zu lassen, dürfte ebenfalls unrentabel sein. Statt die Förderung also in Autos zu stecken, hätte die Bundesregierung gut daran getan, mit den für die Prämien bewilligten 600 Millionen Euro (von denen bisher gerade mal 60 Millionen ausgegeben wurden) den Ausbau der Infrastruktur zu fördern.

Mein Fazit ist daher, dass sich die Situation auf absehbare Zeit nicht signifikant ändern wird, allen Anstrengungen zum Trotz. Schade eigentlich.

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